{"id":400,"date":"2016-09-20T04:30:07","date_gmt":"2016-09-20T02:30:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kraeutersturm.ch\/wordpress\/?p=400"},"modified":"2016-09-21T12:38:09","modified_gmt":"2016-09-21T10:38:09","slug":"magenbrot-oder-des-apothekers-suesses-mittelchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kraeutersturm.ch\/wordpress\/magenbrot-oder-des-apothekers-suesses-mittelchen\/","title":{"rendered":"Apothekers Geheimmittel oder B\u00e4ckers Resteverwertung?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sie ist wieder da, die Zeit der Herbst- und Jahrm\u00e4rkte, Oktoberfeste, Messen, Chilbis, Kermessen oder wie ein jeder etwas anders sagt. Wenn ich Marktfahrer ihre S\u00fcssigkeiten anpreisen sehe, dann kommt sp\u00e4testens beim fahrenden Konditor Nostalgie auf. Der lockende Duft gebrannter Mandeln vermischt sich mit W\u00f6lkchen von Zuckerwatte und leichtem Rauch vom Marroni-Verk\u00e4ufer nebenan.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Fast magisch, dieses Magenbrot<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unweigerlich steht man vor dem Zuckerb\u00e4ckerstand und dann, ja dann f\u00e4llt das Auge auf diese, manchmal etwas unf\u00f6rmigen, dunkelbraunen Brocken und der Griff zum Geldbeutel ist nicht mehr zu verhindern. Ich h\u00f6re mich nach dem Preis dieser allseits bekannten rosa T\u00fcten fragen und lehne auf keinen Fall das &#8222;Versucherli&#8220; des cleveren und korrekten Marktfahrers ab.\u00a0W\u00fcrzig, leicht feucht &#8211; dazu geh\u00f6rt, dass frau sich auch noch die Finger sauber lecken muss &#8211; einen feinen Biss &#8230; schon bin ich wieder zehn, zw\u00f6lf Jahre alt und bin hin und her gerissen: Soll ich das letzte Geld f\u00fcr die Geisterbahn oder f\u00fcr Magenbrot ausgeben?\u00a0Was f\u00fcr ein Zwiespalt! Beides h\u00e4lt etwas l\u00e4nger an. Einerseits der schaurig-wohlige Schrecken, von dem man noch am kommenden Tag in der Schule erz\u00e4hlen und dabei v\u00f6llig abgekl\u00e4rt wirken kann. Andrerseits dieses duftende, weiche, s\u00fcss-w\u00fcrzige Etwas, da man mit nach Hause nimmt und abends bei heisser Schokolade zusammen mit Grossmutter und Mutter geniessen kann.\u00a0Fast magisch, dieses Magenbrot &#8211; ein Seelenw\u00e4rmer im\u00a0Herbst!<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Die alten \u00c4gypter<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine definitive Antwort auf die Frage, woher das Magenbrot stammt, gibt es nicht. Beim Magenbrot handelt es sich im Ursprung um Leb- oder\u00a0Honigkuchen und diesen kannten schon die alten \u00c4gypter. Allerdings wird die Suche auch in Mitteleuropa recht interessant:\u00a0&#8222;Das Magenbrot stammt aus dem germanischen Raum und wurde im Mittelalter erfunden&#8220;, so die Ausf\u00fchrungen einer Produzentin, die seit \u00fcber 50 Jahren dieses verlockende Chilbi-Brot vertreibt. Gem\u00e4ss ihren\u00a0Ausf\u00fchrungen wurde das Magenbrot in der Erfinderzeit von Apothekern\u00a0hergestellt und verkauft, da nur diese \u00fcber die wertvollen, aus dem\u00a0Orient stammenden Gew\u00fcrze, wie Zimt, Nelken, K\u00fcmmel, Anis, Ingwer,\u00a0Koriander, Muskat etc. verf\u00fcgten. Und da man dem einen oder anderen Gew\u00fcrz, das zur Herstellung\u00a0dieses Geb\u00e4cks von N\u00f6ten\u00a0war, eine wohltuende Wirkung bei Magenbeschwerden nachsagte, entstand\u00a0der Name Magenbrot.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fahrende B\u00e4ckersleut&#8216; h\u00e4tten\u00a0im Mittelalter aus den Resten von altem Brot, unter Beigabe von\u00a0Zuckersirup, Mehl und exotischen Gew\u00fcrzen ein Magenbrot kreiert, dem man \u00e4hnliche Wirkungen nachsagte wie dem Apothekerbrot.\u00a0Bekannt sind\u00a0im deutschen Sprachraum die Bezeichnungen Alpenkr\u00e4uterbrot oder Pfefferkuchen. Noch heute wird in weiten\u00a0Teilen S\u00fcddeutschlands und dem alemannischen Sprachraum das Wort Magenbrot als Synonym\u00a0f\u00fcr Lebkuchen verwendet.<\/p>\n<h6>&#8222;W\u00e4r h\u00e4t&#8217;s erfunde?&#8220;<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bin ich jetzt kl\u00fcger? Wer das Magenbrot nun wirklich\u00a0erfunden hat, konnten schon andere nicht schl\u00fcssig kl\u00e4ren. Also vielleicht etwas Spekulation gef\u00e4llig?\u00a0\u00abWer h\u00e4t\u2019s erfunde\u2026?\u00bb\u00a0Die Schweizer erfanden doch schon das feine Alpenkr\u00e4uterbonbon\u00a0Ricola, warum also nicht auch das Alpenkr\u00e4uterbrot? Egal ob es die \u00c4gypter, die alten Eidgenossen, Deutsche oder \u00d6sterreicher waren, die Verlockung etwas Eigenes zu machen ist gross.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, <a href=\"https:\/\/lamiacucina.wordpress.com\/2011\/10\/16\/magenbrot\/\" target=\"_blank\">Robert ist Experte<\/a>, und hat sich schon \u00e4hnliche Gedanken gemacht. Sein Rezept ist nicht zu verachten und ich gehe mit ihm einig, dass bei Frau Bossi leider zuviel Zucker im Spiel ist.\u00a0Magenbrot darf definitiv nicht nur s\u00fcss sein!\u00a0Mein Rezept bekam ich von einer lieben Freundin, welche es wiederum von ihrer Schw\u00e4gerin, die es&#8230;..etc. etc. Es ist auch f\u00fcr diejenigen, die den Jahrmarktrummel nicht m\u00f6gen, aber sich trotzdem mal was Gutes tun wollen! Etwas Seelenfutter halt. Das Foto zeigt das Magenbrot vor der zweiten Glasur &#8211; hier wirkt es noch etwas luftig.<strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>In der Zwischenzeit ist wohl jedem klar, wof\u00fcr ich mich damals, Mitte der Siebziger Jahre, entschieden hatte&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>========== REZKONV-Rezept &#8211; RezkonvSuite v1.4<\/p>\n<p>Titel: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<span style=\"color: #800000;\"><strong>Mirjams Magenbrot<\/strong><\/span><br \/>\nKategorien: Backen, Herbst, Kleingeb\u00e4ck<br \/>\nMenge: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a060-80 Stk<\/p>\n<p>============================= TEIG =============================<br \/>\n500 Gramm Ruchmehl<br \/>\n250 Gramm Rohzucker<br \/>\n2 Essl. Backpulver<br \/>\n2 Essl. Kakaopulver<br \/>\n1 Essl. Birnbrotgew\u00fcrz<br \/>\n1 Essl. Zimt<br \/>\n1 Prise Salz<br \/>\n300 ml Milchwasser (1:1 Wasser und Milch)<br \/>\n100 Gramm Honig, fl\u00fcssiger<\/p>\n<p>============================ GLASUR ============================<br \/>\n80 Gramm Zartbitterschokolade, kleingehackt<br \/>\n15 Gramm Butter<br \/>\n5-6 Essl. Wasser<br \/>\n1 Essl. Kakaopulver<br \/>\n250 Gramm Puderzucker<\/p>\n<p>============================ QUELLE ============================<br \/>\nMirjam Signorini-Moritz<br \/>\n&#8212; Erfasst *RK* 19.03.2012 von<br \/>\n&#8212; Marie-Isabelle Bill<\/p>\n<p>Zubereitung:<br \/>\nEin rechteckiges Backblech mit Backpapier auslegen.<\/p>\n<p>TEIG:<br \/>\nAlle Zutaten bis und mit Salz in einer Sch\u00fcssel mischen, eine Mulde\u00a0formen. Milchwasser erw\u00e4rmen (nicht kochen!), Honig dazugeben,\u00a0verr\u00fchren bis der Honig aufgel\u00f6st ist. Das Milchwasser in die Mulde\u00a0giessen. Alles zu einem glatten Teig verr\u00fchren. Auf das Backblech<br \/>\ngeben und 1.5 cm dick und glatt ausstreichen. In der Mitte des auf\u00a0180 Grad vorgeheizten Ofens 15-20 Min. backen. Ausk\u00fchlen lassen und\u00a0in Rechtecke von 2 x 4 cm schneiden.<\/p>\n<p>GLASUR:<br \/>\nSchokolade, Butter und Wasser zusammen schmelzen lassen. Kakaopulver\u00a0und Puderzucker dazu sieben, glatt r\u00fchren. 1\/4 der Magenbrotst\u00fccke\u00a0in eine Sch\u00fcssel geben, 1\/4 der Glasur dar\u00fcbergeissen. So lange\u00a0wenden, bis alle Magenbrotstr\u00fccke gleichm\u00e4ssig mit der Glasur<br \/>\n\u00fcberzogen sind. Auf Backgitter legen und trocknen lassen. Mit den\u00a0restlichen Magenbrotst\u00fccken gleich verfahren. Glasur w\u00e4hrend des\u00a0Glasierens immer wieder auf die warme Platte stellen und vor\u00a0Gebrauch umr\u00fchren.<\/p>\n<p>Magenbrot kann gut verpackt bis zu einer Woche im K\u00fchlschrank\u00a0gelagert oder 2-3 Monate tiefgek\u00fchlt werden.<\/p>\n<p>BILLI: Feinstes Magenbrot &#8211; einfach schmagofatz! Im Originalrezept\u00a0steht anstelle von Kakaopulver Schokoladepulver. Wir m\u00f6gen es etwas herber.<\/p>\n<p>Zubereitung: ca 30 Min.<br \/>\nBacken: ca 30 Min<br \/>\nAusk\u00fchlen: ca 20 Min.<br \/>\nTrocknen: ca 2\u00a0Std<\/p>\n<p>=====<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist wieder da, die Zeit der Herbst- und Jahrm\u00e4rkte, Oktoberfeste, Messen, Chilbis, Kermessen oder wie ein jeder etwas anders sagt. Wenn ich Marktfahrer ihre S\u00fcssigkeiten anpreisen sehe, dann kommt sp\u00e4testens beim fahrenden Konditor Nostalgie auf. Der lockende Duft gebrannter Mandeln vermischt sich mit W\u00f6lkchen von Zuckerwatte und leichtem Rauch vom Marroni-Verk\u00e4ufer nebenan. Fast magisch, dieses Magenbrot Unweigerlich steht man vor dem Zuckerb\u00e4ckerstand und dann, ja dann f\u00e4llt das Auge auf diese, manchmal etwas unf\u00f6rmigen, dunkelbraunen Brocken und der Griff zum Geldbeutel ist nicht mehr zu verhindern. Ich h\u00f6re mich nach dem Preis dieser allseits bekannten rosa T\u00fcten fragen und lehne auf keinen Fall das &#8222;Versucherli&#8220; des cleveren und korrekten Marktfahrers ab.\u00a0W\u00fcrzig, leicht feucht &#8211; dazu geh\u00f6rt, dass frau sich auch noch die Finger sauber lecken muss &#8211; einen feinen Biss &#8230; schon bin ich wieder zehn, zw\u00f6lf Jahre alt und bin hin und her gerissen: Soll ich das letzte Geld f\u00fcr die Geisterbahn oder f\u00fcr Magenbrot ausgeben?\u00a0Was f\u00fcr ein Zwiespalt! Beides h\u00e4lt etwas l\u00e4nger an. 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