{"id":493,"date":"2006-10-26T14:30:33","date_gmt":"2006-10-26T12:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kraeutersturm.ch\/wordpress\/un_castrato\/"},"modified":"2016-09-25T17:19:36","modified_gmt":"2016-09-25T15:19:36","slug":"un_castrato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kraeutersturm.ch\/wordpress\/un_castrato\/","title":{"rendered":"Castrato und Lebkuchen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Seit mehreren Jahren stand auf meiner Ausgeh-Wunschliste ein Restaurant, das nur 10 Autominuten von Zug weg ist. Wundersch\u00f6n gelegen am Zugerberg, in einem stolzen,\u00a0alten Zuger Bauernhaus findet sich\u00a0das <a href=\"http:\/\/www.blasenberg.ch\/\">Restaurant Blasenberg<\/a>.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/blasenberg.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"image-full\" title=\"Blasenberg\" src=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/blasenberg.jpg\" alt=\"Blasenberg\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Familie Limacher, nun in der <del>zweiten<\/del> dritten\u00a0Generation, f\u00fchrt ein allseits beliebtes Bergrestaurant. Einfach aber gem\u00fctlich ausgestattet, eine h\u00fcbsche Terrasse mit einer sensationellen Aussicht \u00fcber den Zugersee, hinter dem Haus lockt der Zugerberg &#8211; was will man mehr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich will man mehr! <span style=\"font-size: 1.2em;\">N\u00e4mlich den Kapaun!<\/span><br \/>\nSogar bis nach China klingt\u00a0der Ruf der kastrierten H\u00e4hnchen. Da liegt doch das Gute so nah&#8230;<br \/>\nUnd genau deshalb beschloss ich zusammen mit einer lieben Freundin, unsere G\u00f6ttergatten mit einem Sonntagsessen zu \u00fcberraschen. Flugs f\u00fcr den Sonntag noch den letzten Tisch reserviert und dann\u00a0das Wochenende abwarten. In der Zwischenzeit macht die kluge Hexe sich nat\u00fcrlich schlau und will erfahren, <a href=\"http:\/\/www.blasenberg.ch\/kapaun.html\">was es mit dem Kapaun eigentlich auf sich hat.<\/a><br \/>\nDas goldene Herbstwetter und die Terrasse lockten zum Aperitif im Freien. &#8222;Un castrato!&#8220; rief Ivano, unser Freund, ganz begeistert. In Norditalien wird n\u00e4mlich dem kastrierten H\u00e4hnchen viel h\u00e4ufiger &#8222;gehuldigt&#8220; als bei uns. Sp\u00e4ter zu Tisch, gab es erst mal\u00a0einen einfachen, aber sehr feinen gr\u00fcnen Salat. Und nein, wir tranken keinen Wein, wir warteten bei einem Glas S\u00fcssmost, probierten den Fassmost und genossen das &#8222;gh\u00fcrotnige&#8220; (S\u00fcssmost und Fassmost gemischt).\u00a0Und dann wurde er aufgetragen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/kapaun.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"image-full\" title=\"Kapaun\" src=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/kapaun.jpg\" alt=\"Kapaun\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eigentlich sah er ganz unscheinbar aus &#8211; nach 3 Stunden im Ofen.<br \/>\nAber unscheinbar schmeckte er gar nicht, nein, ein feines, ja fast cr\u00e8miges Fleisch, das buchst\u00e4blich vom Knochen fiel, zerging auf der Zunge. Der Geschmack war sehr fein und jede Sauce dazu w\u00e4re zuviel gewesen. Dazu reichte Frau Limacher einen wunderbaren Safranrisotte &#8211; nat\u00fcrlich gab es dazu auch noch die gebratene Kapaunleber. Wer mochte, durfte sich auch an \u00a0ganz feinen, knusprig heissen Pommes Frites g\u00fctlich tun.<br \/>\nObwohl es Anfangs schien, als w\u00fcrden wir diesem einen H\u00e4hnchen zu viert ohne weiteres den Garaus machen &#8211; wir schafften es zwar, aber die Portion war absolut ausreichend berechnet.<br \/>\nNat\u00fcrlich hielt das keinen von uns ab, ein hausgemachtes Dessert zu bestellen. Die frische Ananas w\u00e4re sicher toll gewesen. Aber wir beschlossen, so richtig &#8222;zuzuschlagen&#8220; und so wurden Schweizer Gasthof-Klassiker erw\u00e4hlt wie Meringue und frischer Lebkuchen. H\u00fcftgold, wie gesagt, das logischerweise mit einer feinen alten Zwetschge als Digestif noch besser schmeckte.<br \/>\nDer Lebkuchen war eine Offenbarung! Wunderbar dunkel und feucht lag er auf dem Teller, mit einem Rahmh\u00e4ubchen und er schmeckte genau so, wie man es sich ertr\u00e4umt. Ich liebe den dunklen, leicht herben Luzerner und Zuger Lebkuchen &#8211; im Gegensatz zum klebrig, trockenen, hellen Berner Lebkuchen. Dem Herbst w\u00fcrde etwas fehlen ohne dieses Geb\u00e4ck.<br \/>\nVoller Begeisterung fragte ich Frau Limacher nach dem Rezept und sie verriet mir, dass die Tochter den gebacken h\u00e4tte &#8211; diese m\u00fcsse entscheiden, ob ich das Rezept erhalte. Zehn Minuten sp\u00e4ter kam die Tochter und \u00fcberreichte mir das handgeschriebene Rezept. Genau zu dem Zeitpunkt, als Madlen Limacher uns dann noch verriet, dass sie eben einen &#8222;Vielle Prune&#8220; h\u00e4tten, der wirklich alt sei &#8211; falls wir noch ein Digestif&#8230;.? Nat\u00fcrlich &#8211; her damit!<br \/>\nDer Alkohol war nicht schuld an der Qualit\u00e4t des Fotos, ich habe einfach ein bisschen geschlampt bei der Einstellung meines Handys.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<a href=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/zugerlebkuchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image-full alignnone\" title=\"Zugerlebkuchen\" src=\"http:\/\/kraeutersturm.typepad.com\/photos\/uncategorized\/zugerlebkuchen.jpg\" alt=\"Zugerlebkuchen\" width=\"800\" height=\"600\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\nGenuss pur &#8211; sorry, schon genascht&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass wir dieses Essen mit einem ausgiebigen Spaziergang in der Herbstsonne abverdienen mussten, liegt wohl auf der Hand.<br \/>\nMein Dank geht an die Familie Limacher, die in ihrer einfachen und sympathischen Art die G\u00e4ste bewirtet, sich gekonnt auf ihre St\u00e4rken in der K\u00fcche zur\u00fcckbesinnt und den Kapaun hochleben l\u00e4sst.\u00a0Danke, ich habe mich in einem Restaurant schon lange nicht mehr so wohl gef\u00fchlt!<\/p>\n<p>========== REZKONV-Rezept &#8211; RezkonvSuite v1.1<\/p>\n<p>Titel: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<strong>Lebkuchen Blasenberg<\/strong><br \/>\nKategorien: Backen, Herbst, Gew\u00fcrze, Schweiz<br \/>\nMenge: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a01 Backblech, rechteckig<\/p>\n<p>500\u00a0 \u00a0 Gramm\u00a0 Weissmehl<br \/>\n500\u00a0 \u00a0 Gramm\u00a0 Zucker<br \/>\n15 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Gramm\u00a0 Backpulver<br \/>\n3 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Essl. Kakaopulver<br \/>\n3 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Essl. Lebkuchengew\u00fcrz<br \/>\n500 \u00a0 ml\u00a0 Milch, zimmerwarm<br \/>\n3 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Essl. Butter, fl\u00fcssig (oder Sonnenblumen\u00f6l)<\/p>\n<p>============================ QUELLE =============================<br \/>\nFam. Limacher<br \/>\nRest. Blasenberg, Zug<br \/>\n&#8212; Erfasst *RK* 26.10.2006 von<br \/>\n&#8212; Marie-Isabelle Bill<\/p>\n<p>1 grosses Backblech mit Backpapier auslegen. Dieses mit \u00d6l bestreichen\u00a0(auch am Rand). Backofen auf 180 Grad vorheizen.<\/p>\n<p>Alle trockenen Zutaten gut vermischen, dann die Milch unterziehen\u00a0und so lange r\u00fchren, bis der Teig Blasen wirft.<\/p>\n<p>Den Teig auf dem Backblech verteilen und auf der zweituntersten\u00a0Rille 35 Min. backen.<\/p>\n<p>Den noch warmen Kuchen mit fl\u00fcssiger Butter bepinseln.<\/p>\n<p>Servieren mit frischem, sehr steif geschlagenem Rahm.<\/p>\n<p>BILLI:\u00a0Schmeckt unvergleichlich gut &#8211; er muss noch etwas feucht sein. Tipp\u00a0von Tochter Limacher: Mit Sonnenblumen\u00f6l l\u00e4sst sich der Lebkuchen\u00a0besser bepinseln!<\/p>\n<p>=====<\/p>\n<h5><strong>Unbedingt reservieren!!!!<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Restaurant Blasenberg \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0Tel. +41 41 711 05 44 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong><br \/>\nD\u00f6nser und Stefan\u00a0Limacher \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0www.blasenberg.ch<br \/>\nBlasenberg<br \/>\nCH-6300 Zug<\/p>\n<p>Dienstag und Mittwoch geschlossen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehreren Jahren stand auf meiner Ausgeh-Wunschliste ein Restaurant, das nur 10 Autominuten von Zug weg ist. Wundersch\u00f6n gelegen am Zugerberg, in einem stolzen,\u00a0alten Zuger Bauernhaus findet sich\u00a0das Restaurant Blasenberg. Die Familie Limacher, nun in der zweiten dritten\u00a0Generation, f\u00fchrt ein allseits beliebtes Bergrestaurant. Einfach aber gem\u00fctlich ausgestattet, eine h\u00fcbsche Terrasse mit einer sensationellen Aussicht \u00fcber den Zugersee, hinter dem Haus lockt der Zugerberg &#8211; was will man mehr? Nat\u00fcrlich will man mehr! N\u00e4mlich den Kapaun! Sogar bis nach China klingt\u00a0der Ruf der kastrierten H\u00e4hnchen. Da liegt doch das Gute so nah&#8230; Und genau deshalb beschloss ich zusammen mit einer lieben Freundin, unsere G\u00f6ttergatten mit einem Sonntagsessen zu \u00fcberraschen. Flugs f\u00fcr den Sonntag noch den letzten Tisch reserviert und dann\u00a0das Wochenende abwarten. In der Zwischenzeit macht die kluge Hexe sich nat\u00fcrlich schlau und will erfahren, was es mit dem Kapaun eigentlich auf sich hat. Das goldene Herbstwetter und die Terrasse lockten zum Aperitif im Freien. &#8222;Un castrato!&#8220; rief Ivano, unser Freund, ganz begeistert. 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